Von der Willkommenskultur zur Kultur der Teilhabe

Menschen aus aller Welt schwärmen von Sachsen. Viele besuchen den Freistaat – auf Zeit oder auch dauerhaft. Wir müssen Menschen aus anderen Ländern freundlich und ohne Vorurteile begegnen. Das beginnt damit, dass beispielsweise im Kontakt mit Behörden spezifische Informations- und Begrüßungsangebote gemacht werden. Hier muss sich eine Willkommenskultur etablieren, die den Betroffenen signalisiert, dass die zuwandernden Personen erwünscht sind.

So sind v. a. in den sächsischen Großstädten für qualifizierte Fachkräfte und Wissenschaftler Angebote wie „Welcome-Center“ eingerichtet worden. Denn sie werden vermehrt als „Potenzial“ und nicht mehr nur als „Bedrohung“ gesehen. Diese Sicht birgt jedoch die Gefahr, dass zwischen „guten“ und „schlechten“ Zuwanderern unterschieden wird. Wenn Willkommenskultur mit dem Ziel gefördert wird, das Sachsen qualifizierten Fachkräften und Wissenschaftlern gegenüber als ein attraktives Zielland dargestellt wird, wird die ansässige Bevölkerung beim Perspektivwechsel nicht mitgenommen und mit ihren Ängsten allein gelassen.

So lange also diskriminierende, vorurteilsbehaftete oder gar menschenfeindliche Einstellungen und Verhaltensmuster in Teilen der Bevölkerung zu beobachten sind, brauchen wir zusätzlich eine Kultur der Teilhabe. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen“ weiterentwickelt wird. Initiativen, die präventiv fremdenfeindliche Einstellungen bekämpfen, haben unsere uneingeschränkte Unterstützung. Landesweite Instrumente, wie das Vorwarnsystem „Sachsen-Monitor“ oder dem „Demokratieentwicklungsprogramm“, das auf den Ausbau demokra­tischer Prinzipien und die Akzeptanz und Förderung von Vielfalt abzielen, müssen eingeführt werden.