Vandalismus gegen Stolpersteine in Dresden-Plauen

[Artikel aus der SüdPost N° 2]

In der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 2015 wurden in der Andreas-Schubert-Straße 42/44 in Dresden-Südvorstadt die vier Stolpersteine für Martin Joachim, Lotte, Ursula und Claus Peter Reichenbach zerstört bzw. gestohlen. Diese Stolpersteine waren vom Kölner Künstler Gunter Demnig erst am 29. September 2015 im Beisein der Familie Rickenback verlegt worden. Die Angehörigen und der Stolpersteine e.V. sind noch immer fassungslos und traurig.

Die Familie Reichenbach wohnte in der Werderstraße 42 (heute Andreas-Schubert-Straße). Martin Joachim Reichenbach (geb. 1879) war als Rechtsanwalt und Notar tätig. Bereits 1933 wurde ihm die Zulassung entzogen. 1938 wurde er ins KZ Dachau deportiert, wo er schwer misshandelt wurde. Nach seiner Entlassung blieb er in Dresden. Gemeinsam mit seiner Frau Lotte (geb. 1887) musste er nach 1938 in das „Judenhaus“ Strehlener Straße 24 ziehen. Am 23./ 24.11.1942 wurde das Ehepaar ins „Judenlager Hellerberg“ deportiert und von dort am 2./ 3.3.1943 ins Vernichtungslager Auschwitz, wo beide umgebracht worden sind. Den beiden Kindern Ursula (geb. 1912) und Claus Peter (geb. 1920) gelang die Emigration. Claus Peter Reichenbach benannte sich später in Peter C. Rickenback um. Er blieb seiner Heimatstadt Dresden bis zu seinem Tod am 11. Juni 2015 eng verbunden. Es war sein Wunsch, mit den vier Stolpersteinen an seine Familie zu erinnern.

Mit Ihrer Unterstützung kann der Stolpersteine e.V. diese Gedenksteine sobald wie möglich ersetzen lassen. Die Stolpersteine kosten insgesamt 480 Euro. Jede Spende, ob groß oder klein, unterstützt die Wiederherstellung!

Spendenkonto:
Stolpersteine für Dresden e.V.
IBAN: DE43 8505 0300 3200 0606 61
BIC: OSDD DE 81 XXX
Verwendungszweck: Stolpersteine Familie Reichenbach

Eine Spendenbescheinigung kann ausgestellt werden. Bitte geben Sie in diesem Fall auf Ihrem Überweisungsformular Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihre vollständige Adresse an.